Zum heutigen Artikel in der JW (Linksum durch die Mitte) erklärt Sahra Wagenknecht, MdEP und Mitglied des Parteivorstands der Linkspartei.PDS:
Mit Erstaunen habe ich in
der Jungen Welt vom 12. Dezember 2006 gelesen, die Vertreterinnen und Vertreter des Aufrufs für eine
"Antikapitalistische Linke" "begrüßten" das neue
Eckpunkte-Papier.
Ehrlich gesagt, ist mir nicht verständlich, wie eine neutrale
Lektüre unserer Presseerklärung zu diesem Schluss verleiten kann. Richtig ist,
dass wir der Meinung sind, dass die "Eckpunkte" sich auf Grund des
Drucks der Parteibasis und vielfältiger Anträge in einigen Punkten verbessert
haben. Dass beispielsweise jetzt festgehalten wird, dass "bestimmte
Schlüsselbereiche der Wirtschaft und der Daseinsvorsorge zum Wohle der
Allgemeinheit in öffentliche Eigentumsformen überführt werden müssen",
sehen wir durchaus als Erfolg linker Forderungen an. Trotzdem lässt unsere
Erklärung keinen Zweifel, dass wir insbesondere die Aussagen zur
Friedenspolitik, zur Geschichte und zur Regierungsbeteiligung nicht akzeptabel
finden.
Im friedenspolitischen Bereich bleibt die Tür für eine Zustimmung zu
UN-mandatierten Militäreinsätzen nach Kapitel VII offen. Wir haben ausdrücklich
darauf hingewiesen, dass es dringend notwendig ist, jetzt umso mehr um ein
konsequent friedenspolitisches Profil der neuen Linken zu kämpfen.
Von einem
"Begrüßen" des Papiers kann also keine Rede sein. Nicht umsonst haben
Thies Gleiss und ich in der gemeinsamen Parteivorstandssitzung am Sonntag gegen die Annahme der
"Eckpunkte" gestimmt. Diese Ablehnung wird von den anderen
Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern unserer Erklärung geteilt.
