1. Linke Politik ist notwendig antikapitalistisch. Der Kapitalismus ist nicht ein Sys-tem mit korrigierbaren Fehlern, sondern Ursache für Armut, Sozialabbau und Krieg. Die Globalisierung ist kein einzudämmender Auswuchs, sondern Ausdruck der gesetzmäßigen Entwicklung des Profitprinzips. Die Auswirkungen des globalisierten Kapitalismus sind nur begrenzt korrigierbar und das auch nur im ständigen Kampf gegen die Macht der Profitinteressen. Deshalb fordern wir letztlich die Überwindung der kapitalistischen Produktions- und Herrschaftsverhältnisse.
Dieses Ziel muß auch der täglichen Politik zugrunde liegen. Deshalb muss neben Forderungen der sozialen Teilhabe im Vordergrund unserer Politik der Ausbau der politischen Demokratie durch Bürgerbeteiligung, Bürgerentscheide und Bürgerklagen, ohne restriktive Bestimmungen hinsichtlich der Zahl der Unterstützer, stehen.
2. Politische Demokratie setzt neben der Meinungsäußerungsfreiheit für jeden, nicht nur für die Beherrscher der Medienmonopole, auch die umfassende Informations- und Meinungsbildungsfreiheit voraus. Dem steht die neoliberale Hegemonie in den Massenmedien entgegen. Wir fordern die Durchsetzung der Meinungsvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Medien, eine Gesetzgebung zur Sicherung der Unabhängigkeit der Redaktionen gegenüber den Eigentümern und die Eindämmung des werbefinanzierten Privatfernsehens durch Maßnahmen der Landesmedienanstalten.
3. Durch die neoliberale Hegemonie in den Parlamenten hat sich die Steuerlast stetig zu Lasten der arbeitenden Menschen verschoben. Dem muss Die Linke ein klares Gegenkonzept entgegenstellen. Der allgemeine Ruf nach Wiedereinführung der Vermögenssteuer und nach Ausweitung der Erbschaftssteuer reicht allein nicht aus. Es handelt sich um Steuern, die den Ländern zufließen. Deshalb muss ein Landtagswahlprogramm hierzu klare Forderungen benennen. Außerdem muss Die Linke sich zur Besteuerung des Luxuskonsums, wie sie in den meisten europäischen Staaten besteht, bekennen. Erhöhte Steuern auf Luxusimmobilien, Luxusautomobile, Sportboote usw. sind unverzichtbar.
4. Die anderen im Bundestag vertretenen Parteien betreiben eine Politik weltweiter militärischer Aggression. Dem stellt sich Die Linke als Teil der Friedensbewegung entgegen. Die Landespolitik kann nicht losgelöst von der Frage des Friedens agieren. Deshalb muss die Landespolitik alle Möglichkeiten der Restriktion militärischer Einrichtungen, militärischer Produktion und militärischer Forschung ausschöpfen und die friedenspolitische Aufklärung der Bevölkerung und der Jugend fördern. Wir wollen, dass Die Linke klar Stellung bezieht gegen die fortschreitende Militarisierung der Innenpolitik und die damit verbundene Aushöhlung der Bürgerrechte und die Gewöhnung der Menschen an militärische Maßnahmen im In- und Ausland.
5. Die Linke kann den neoliberalen und kriegstreiberischen Grünen nicht weiter die Meinungsführerschaft für die Umweltpoltik überlassen. Der vollmundigen Ankündigung einer roten Umwelt- und Energiepolitik muß ein konkretes Programm folgen. Wir fordern die Vergesellschaftung der gesamten Energie- und Wasserversorgung, hessische Programme zur Förderung alternativer Energien und der Energieeinsparung und keinen weiteren Zubau von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen. Als Sofortmaßnahme fordern wir einen gesetzlichen Preisstopp für alle Energiemärkte.
